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Eine Wunde wird mit einem Pflaster versorgt.

Wundheilung nach OP: Phasen, Dauer und Tipps

Ein Kreuzbandriss, ein genähter Meniskus, der Einsatz eines neuen Gelenks bei Gonarthrose oder die Reparatur der Rotatorenmanschette an der Schulter. All diese Eingriffe hinterlassen Wunden. Dabei sprechen wir nicht nur von der oberflächlichen Narbe auf der Haut, sondern vor allem von der tiefen Gewebewunde im Inneren deines Gelenks.

Jede Wunde heilt nach demselben biologischen Grundmuster ab. In diesem Beitrag erklären wir dir, wie die Wundheilung nach einer OP genau abläuft, warum Schmerzen anfangs völlig normal sind und mit welchen Tipps du deine Wundheilung aktiv beschleunigen.

Offene vs. geschlossene Wunden: Wie heilt eine OP-Wunde?

Nach einer Operation (wie einer Gelenkspiegelung am Knie oder der Schulter) haben wir es in der Regel mit einer sogenannten primären Wundheilung zu tun. Das bedeutet: Der Chirurg hat glatte, eng anliegende Wundränder geschaffen, die rasch und komplikationslos zusammenwachsen können. Im Gegensatz zu klaffenden Wunden (sekundäre Wundheilung) hinterlässt die primär heilende Wunde meist nur eine feine, minimale Narbe auf der Haut. Im Körperinneren  (dort wo das Kreuzband ersetzt oder die Schultersehne genäht wurde) durchläuft dein Gewebe nun drei entscheidende Phasen.

Dauer der Wundheilung: Die 3 Phasen nach der OP

Die Dauer der Wundheilung ist von Phase zu Phase unterschiedlich. Wenn du weißt, in welcher Phase du dich befindest, kannst du dein Gelenk optimal unterstützen.

1. Phase der Wundheilung: Entzündungsphase (Exsudationsphase)

Dauer: Tag 0 bis ca. Tag 5 nach der OP
Diese erste Phase beginnt im Moment des operativen Eingriffs. Dein Knie oder deine Schulter schmerzt, ist geschwollen, gerötet und strahlt Wärme aus. Das ist kein Grund zur Panik, sondern ein cleverer Mechanismus deines Körpers! Die geschädigten Zellen setzen bestimmte Botenstoffe (wie Bradykinin und Prostaglandine) frei, die gleich mehrere Aufgaben haben:

  • Sie verursachen Schmerzen: Die einfache Logik deines Körpers: Was schmerzt, bewegen wir nicht. Der Schmerz zwingt dich zur Ruhe, damit der Heilungsprozess starten kann.
  • Sie steuern die Durchblutung: Geschädigte Gefäße werden abgedichtet, um Blutungen zu stoppen. Gleichzeitig weiten sich umliegende Gefäße, damit heilende Immunzellen in das Wundgebiet einströmen können.
  • Sie verursachen Schwellungen: Durch den Einstrom von Flüssigkeit verdünnt dein Körper abgestorbene Zellen und transportiert sie über das Lymphsystem ab.

Am Ende dieser Phase bildet dein Körper das klebrige Protein Fibrin, welches die Wunde wie ein körpereigener Kleber verschließt.

Illustration der Entzündungsphase (Exsudationsphase) der Wundheilung.

2. Phase der Wundheilung: Granulationsphase (Proliferationsphase)

Dauer: Etwa vom 3. bis zum 14. Tag
Die Wunde ist nun gesäubert und dein Körper beginnt damit, das Gewebe von unten nach oben wieder aufzufüllen. Entlang des Fibrin-Netzes bilden Zellen frisches Kollagen, das wichtigste Stützprotein deines Körpers. Dieses neue „Füllgewebe“ (Granulationsgewebe) ist sehr gut durchblutet und erscheint von außen rot und körnig.

 

Illustration der Proliferationsphase der Wundheilung.

3. Phase der Wundheilung: Reparationsphase (Remodellierung)

Dauer: Wochen bis Monate
In der letzten Phase wird dein Körper „repariert“ und alles auf Anfang gesetzt. Das Granulationsgewebe bildet starke Kollagenfasern aus, damit dein neues Kreuzband oder deine Schultersehne wieder fest und voll belastbar wird. An der Oberfläche bilden sich Deckschichten (Epithel), die die Wunde endgültig verschließen.

Illustration der Reparationsphase der Wundheilung.
Illustration der Wundheilungsphasen nach OP

Wundheilung beschleunigen: Unsere besten Tipps

Wie du siehst, erfordert jede Wundheilungsphase nach der OP eine völlig andere Herangehensweise. Mit diesen Tipps kannst du deine Wundheilung beschleunigen:

  • Ruhe in Phase 1: In den ersten Tagen (Entzündungsphase) braucht dein Gewebe vor allem Ruhe, damit alle Vorgänge ungestört ablaufen können.
  • Gezielte Bewegung in Phase 2 & 3: In der Granulations- und Reparationsphase braucht dein neues Gewebe Nährstoffe, die über das Blut antransportiert werden. Die Durchblutung unterstützt du am besten durch sanfte Bewegung. Es ist enorm wichtig, genau jetzt die richtigen Trainingsreize zu setzen, damit sich das neue Gewebe funktionstüchtig ausrichtet.

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