Rissformen bei Meniskusriss, Korbhenkelriss, Lappenriss, Radiärriss, Vertikalriss

Meniskusriss: Entstehung und Therapie

Wieso reißen Menisken?

Was die Menisken sind, wo sie liegen und warum es sie gibt haben wir bereits erklärt. In diesem Artikel geht es nun um den Meniskusriss, dessen Ursachen und Entstehung.

Meniskusriss oder Meniskusläsion?

Das Wort Läsion kommt aus dem Lateinischen „laesio“ und bedeutet „Verletzung“. Der Begriff kann in der Medizin prinzipiell bei jeder Art von Verletzung, Störung oder Veränderung von Gewebe verwendet werden. Eine Meniskusläsion ist also übersetzt nichts anderes als eine Verletzung des Meniskusgewebes. Als Synonym spricht man jedoch häufiger von einem Meniskusriss.

Ursachen von Meniskusrissen

Menisken wirken als Stoßdämpfer und Bremsblöcke im Kniegelenk. Sie haben große Lasten zu tragen und teils hohen Gewalteinwirkungen standzuhalten. Aus diesem Grund bestehen Menisken aus robustem Faserknorpel, der durch eine Vielzahl an Kollagenfasern sehr widerstandsfähig gegenüber den einwirkenden Kräften ist. Trotzdem ist er ein verletzliches Gewebe und verändert sich auch mit zunehmendem Alter.

Degenerative Meniskusrisse

Unter Degeneration versteht man die strukturelle Rückbildung eines Gewebes. Man kann auch von Abnutzung oder Verschleiß sprechen. Grundsätzlich können alle Zellen, Gewebe und Organe degenerieren. Knorpel ist prinzipiell ein schlecht durchblutetes Gewebe und degeneriert daher wegen niedrigem Stoffwechsel häufig. Genauso, wie die Knorpelfläche eines Gelenks im Laufe der Zeit degeneriert, verschleißen auch die aus Knorpel bestehenden Menisken. Knorpeldegeneration ist im Übrigen das Krankheitsgeschehen bei einer Arthrose.

Bei der Meniskusdegeneration kommt es zum Verlust einiger bestimmter Moleküle in der Knorpelmatrix. Diese sind maßgeblich für den Knorpelaufbau und die Aufnahme von Wasser im Knorpelgewebe verantwortlich. Ohne die Wasserspeicherung ist das Gewebe nicht mehr so prall und druckbeständig. Die rückgängigen Moleküle führen auch zu einem Verlust der Gelenkflüssigkeit. Das Ergebnis ist eine Abnahme der Stoßdämpfung, der Schmierfunktion und schließlich eine Zunahme der Reibung. Das Gewebe wird dünner, bis zum Riss. Ursachen für diesen Prozess sind:

  • Altersbedingter Verschleiß (physiologisch und normal)
  • Überbelastungen durch Übergewicht, Kniebelastende Berufe oder Sportarten
  • Fehlbelastungen durch Fehlstellungen der Beinachse (bspw. X-Beine), instabile Bänder im Kniegelenk oder Muskelschwäche

Traumatische Meniskusrisse

Ein Trauma ist eine plötzliche Gewalteinwirkung von aussen mit Folge einer Gewebeschädigung. Diese Gewalt kann entweder direkt einwirken, wie durch einen direkten Schlag, oder indirekt durch Zug-, Druck-, und Scherkräfte. Ersteres ist bei den Menisken selten (z.B. müsste das Schienbein mit voller Wucht ins Gewebe stoßen). Indirekte Gewalt erfährt der Meniskus hingegen häufiger, vor allem bei Sportarten wie Fußball, Ski-Laufen oder Handball. Der typische Unfallmechanismus ist dabei eine Drehung bei gebeugtem und belastetem Knie. Beispielsweise ein schneller Richtungswechsel während des Rennens bei fixiertem Fuß.

Der Innenmeniskus ist unbeweglich, weil er mit dem Innenband fest verwachsen ist. Somit kann er einwirkenden Kräften nicht so gut ausweichen und reißt daher häufiger als der Außenmeniskus. Der Außenmeniskus hingegen ist kaum mit dem umliegenden Gewebe verwachsen, hat also mehr Bewegungsspielraum und reißt daher seltener. 

Meniskusriss - was jetzt?

Die behandelnden Ärzte entscheiden nach diversen Kriterien ob eine Operation indiziert ist – oder eben nicht. Wichtig dabei ist unter anderem, warum und an welcher Steller der Meniskus gerissen ist. Grundsätzlich wird immer versucht, so viel Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten, da sie ein sehr wichtiger Bestandteil der Kniegelenksmechanik sind. In jedem Fall verfolgt die nachsorge folgende Ziele: 

  • Verbesserung der Beweglichkeit: Durch die lange Ruhigstellung in der Orthese festigt sich die Gelenkkapsel durch verhärtetes Kollagen. Eines der ersten Ziele ist es daher, die volle Beweglichkeit wieder zu erreichen, sodass sich sowohl das Knie, als auch die umliegenden Gelenke physiologisch bewegen.

  • Kräftigung der Muskulatur: Sie entlasten die Menisken und den darunter liegenden Knorpel, um das geschwächte Gewebe vor weiteren Schädigungen zu schützen. Auch die Rumpfmuskulatur wird gestärkt, für mehr Körperkontrolle im Sinne der Verletzungsprävention.

  • Wahrnehmungs- und Koordinationsschulung: Das Gehirn lernt somit, das Kniegelenk neu wahrzunehmen und kann es so nach einiger Zeit wieder koordinieren und kontrollieren. 
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Quellen:

    • Niethard, F.U. (2017). Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. (Auflage 8). Georg Thieme Verlag KG.

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