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Thromboseprophylaxe nach OP: Spritzen, Strümpfe & Übungen

Nach einer schweren Verletzung oder einer Operation verschreiben Ärztinnen und Ärzte fast immer eine Thromboseprophylaxe. Die Kombination aus weißen Krankenhausstrümpfen und täglichen Spritzen ist für viele Patientinnen und Patienten zunächst ungewohnt und wirft Fragen auf.

Doch warum ist dieser Schutz so wichtig? In diesem Ratgeber erklären wir dir, wie Blutgerinnsel entstehen, wie du dir die Thrombosespritze ganz einfach selbst setzen kannst und welche leichten Übungen im Bett helfen, deine Venen aktiv zu unterstützen.

Warum ist die Thromboseprophylaxe so wichtig?

Die Thromboseprophylaxe verhindert die Bildung gefährlicher Blutgerinnsel (Thrombosen) in den Venen. Da man sich nach einer Operation weniger bewegt, verlangsamt sich der Blutfluss. Strümpfe und blutverdünnende Spritzen sorgen dafür, dass das Blut nicht verklumpt und schnell zurück zum Herzen fließt.

Ein wichtiger Leitsatz für die Zeit nach einer Verletzung lautet: Nicht sitzen und stehen, sondern liegen und gehen! Wenn das Blut in den Beinen durch langes Sitzen oder Stehen absackt und der Blutfluss fast zum Erliegen kommt, steigt das Risiko für Gerinnsel stark an. Werde stattdessen aktiv, bewege die umliegende Muskulatur oder lagere das Bein leicht erhöht, damit der Rückfluss gewährleistet bleibt.

 

 

Wie funktionieren Thrombosestrümpfe?

Thrombosestrümpfe üben einen exakt definierten, mechanischen Druck auf das Bein aus. Sie pressen die Venen leicht zusammen, wodurch sich der Gefäßquerschnitt verkleinert und das Blut deutlich schneller Richtung Herz fließen kann. Normalerweise wird sauerstoffarmes Blut durch die sogenannte Muskelpumpe und feine Venenklappen (die wie kleine Ventile wirken) gegen die Schwerkraft nach oben transportiert.

Da diese Muskelpumpe bei Bettlägerigkeit oder nach einer OP ausfällt, übernimmt der Strumpf diese essenzielle Stützfunktion von außen.

Anleitung: Thrombosestrümpfe richtig anziehen in 5 Schritten

Die engen Strümpfe anzuziehen, erfordert etwas Übung. So geht es am leichtesten:

  1. Auf links drehen: Drehe den Strumpf auf links, lasse das Fußteil jedoch im Strumpf stecken. So kannst du leichter hineinschlüpfen
  2. Fuß einführen: Führe deinen Fuß in das Fußteil ein. Achte darauf, dass deine Zehen durch die vordere Öffnung gut sichtbar sind
  3. Falten prüfen: Prüfe direkt am Fuß und Knöchel, ob der Strumpf faltenfrei anliegt, und glätte ihn bei Bedarf
  4. Hochziehen: Ziehe nun den restlichen Strumpf gleichmäßig so weit du kannst nach oben
  5. Abschlusskontrolle: Kontrolliere ein weiteres Mal, ob das Material komplett faltenfrei anliegt. Falten können wie eine Schnur wirken und das Blut abschnüren!

Wichtiger Hinweis: Bei bestimmten Vorerkrankungen wie arteriellen Durchblutungsstörungen, Herzinsuffizienz oder offenen, nässenden Wunden darfst du keine Kompressionsstrümpfe tragen. Besprich dies immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt

Anleitung: Thrombosespritze richtig selbst setzen

Sich selbst eine Spritze zu geben, ist zunächst eine große Überwindung. Die Nadeln sind jedoch extrem fein, sodass der Einstich kaum spürbar ist. Wenn du es das erste Mal geschafft hast, wird es zur Routine.

  1. Vorbereitung: Lege dir die Spritze bereit und desinfiziere sowohl deine Hände als auch die Einstichstelle, um Infektionen zu vermeiden
  2. Stelle wählen: Suche dir eine geeignete Stelle am Oberschenkel oder am Bauch (mit etwas Abstand rund um den Bauchnabel)
  3. Hautfalte bilden: Greife die Haut mit Daumen und Zeigefinger, sodass sich eine große Falte bildet
  4. Spritze ansetzen: Ziehe die Kappe ab. Führe die Nadel zügig und senkrecht in die Hautfalte ein
  5. Injizieren: Drücke den Kolben langsam herunter, bis die Spritze komplett geleert ist
  6. Entfernen: Bevor du die Hautfalte loslässt, ziehst du die Nadel gerade wieder heraus

Tipp: Sammle die leeren Spritzen mit geschlossener Kappe sicher in einem festen Behälter, z.B. einer leeren PET-Flasche, bevor du sie entsorgst.

Einfache Übungen zur Thrombosevorbeugung

Neben Medikamenten ist die sogenannte „Frühmobilisation“ entscheidend. Auch wenn du im Bett liegst, kannst du deine „Wadenmuskelpumpe“ aktiv nutzen, um den Blutfluss zu steigern.

Fuß beugen beugen und strecken: Ziehe deine Fußspitzen kräftig in Richtung Schienbein und strecke sie danach wieder aus. Wiederhole dies 15-mal.

Zehen einkrallen und spreizen: Kralle deine Zehen im Wechsel fest ein, halte die Spannung für einige Sekunden und spreize sie dann weit auseinander.

Hinweis für die Lagerung: Wenn du auf dem Rücken liegst, lagere beide Beine leicht erhöht (ca. 20 Grad). Achte darauf, dass Knie und Leiste nicht stark abgeknickt sind, da sonst der Blutfluss behindert wird.