Richtig gehen mit Krücken: Anleitungen mit Video
Unterarmgehstützen (auch Gehhilfen oder Krücken) sind nach einer Operation oder Verletzung deine wichtigsten Begleiter, um im Alltag mobil zu bleiben. Doch wie stellt man Krücken richtig ein, um Schulterschmerzen zu vermeiden? Wie gelingt das Gehen mit Teilbelastung? In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung „Richtig gehen mit Krücken“ lernst du, wie du dein verletztes Bein schützt und typische Fehler vermeidest.
Krücken richtig einstellen: Wie hoch muss eine Gehhilfe sein?
Damit du Rückenschmerzen und Verspannungen im Schulterbereich verhinderst, ist die korrekte Höhe deiner Unterarmgehstützen entscheidend:
- Ausgangsposition: Stelle dich aufrecht hin und lasse die Arme entspannt neben dem Körper hängen.
- Schulterhaltung: Deine Schultern bleiben locker, die Ellenbogen sind nur ganz leicht gebeugt.
- Griffhöhre anpassen: Der Handgriff der Stütze sollte genau auf Höhe deines Handgelenks liegen.
Aufstehen und Hinsetzen mit Gehhilfen
So gelingt das Aufstehen:
- Nimm beide Stützen zusammen an den Griffen in eine Hand.
- Rücke mit dem gesunden Bein etwas nach hinten.
- Strecke das verletzte Bein leicht nach vorne aus.
- Drücke dich mit dem gesunden Bein und deiner freien Hand über die Sitzfläche nach oben.
- Erst im sicheren Stand schlüpfst du mit den Armen in die Griffe.
So gelingt das Hinsetzen:
Funktioniert genau umgekehrt! Schlüpfe zuerst aus den Griffen, strecke das verletzte Bein leicht vor und setze dich kontrolliert über das gesunde Bein ab.
Richtig gehen mit Krücken: Schwebegang vs. Teilbelastung
Je nach Anordnung deines Arztes unterscheidet sich die Gangart danach, wie viel Gewicht dein verletztes Bein tragen darf:
Variante A: Gehen ohne Belastung (Schwebegang)
Falls dein Bein überhaupt nicht belastet werden darf (0kg), nutzt du den Schwebegang:
- Setze beide Stützen eine Schrittlänge nach vorne.
- Das verletzte Bein schwingt in der Luft zwischen den Stützen mit.
- Stütze dich fest auf die Griffe und schwinge das gesunde Bein durch die Stützen hindurch.
Variante B: Gehen mit Teilbelastung (3-Punkte-Gang)
Darfst du dein Bein bereits teilweise belasten (20kg), gehst du wie folgt vor:
- Setze beide Gehstützen eine Schrittlänge nach vorne.
- Setze das verletzte Bein genau zwischen die beiden Stützen auf.
- Verlagere das vorgegebene Gewicht auf die Stützen und „überhole“ mit dem gesunden Bein.
Der Waage-Trick: Teilbelastung richtig dosieren
Es ist oft schwer einzuschätzen, wie viel beispielsweise „20 kg. Teilbelastung“ sind. Der Trick: Stelle dein verletztes Bein vorsichtig auf eine normale Personenwaage. Drücke langsam so weit mit dem Bein nach unten, bis die vorgegebene Kiloanzahl erreicht ist. Verinnerliche dieses Druckgefühl. Das hilft dir enorm beim Gehen mit Teilbelastung im Alltag.
Das richtige Abrollen des Fußes
Auch wenn dein Bein nur leicht belastet werden darf, ist das saubere Abrollverhalten extrem wichtig für das Nervensystem und das spätere Gangbild. Du kannst diese Bewegung sogar im Sitzen üben:
- Ferse: Zuerst sanft mit der Ferse aufsetzen.
- Fußsohle: Über die Außenkante der Sohle abrollen.
- Großzehe: Am Ende sanft über die große Zehe abdrücken.